Marie im Liebesglück

Der nächste Brief vom Juni 1923 von Marie an Bärbel zeigt uns an, das Marie endlich das ersehnte Liebesglück trifft.

 

Meine herzgeliebte Bärbel,

 

ich bin verliebt, verliebt, verliebt. Mit meiner Freundin Tilla von den Admirals-Girls war ich im Hotel Adlon tanzen. Tolle Stimmung, alles drehte sich im Shimmy-Rhythmus. Das Orchester Marek Weber spielte traumhaft. Auf einmal wirbelte ich mit meinem Traum über die Tanzfläche. Er heißt Georg und ist Direktor bei einem Handelsunternehmen mit Autos. Er ist gut situiert, wie man so sagt.

 

Er ist optimistisch, lacht gerne, findet wie ich die alten Zeiten schauderhaft und hält mich ganz einfach stark mit seinem Arm. Ich will Dir aber auch nicht verheimlichen; er ist verheiratet. Wie sich das mal so weiter entwickeln soll, weiß ich auch nicht.

 

Sonst geht alles seinen geregelten Gang. Admiral-Girl zu sein, ist nicht immer nur ein Vergnügen. Neue Stücke werden geprobt, die laufende Revue wird manchmal zwei mal am Tag gespielt; alles geht mit viel Drill wie beim Militär ab.

 

Aber ich will nicht klagen, im verliebten Zustand sieht man alles durch eine rosa Brille.

 

Behalte mich lieb, Deine Marie

 

Mit der Liebe setzt sich auch unser nächster Song auseinander. Es ist ein Lied aus Ufa-Spielfilm "Hab' mich Lieb" von 1942. Die Musik schrieb Franz Grothe und der Text stammt von Willy Dehmel. Frau ... trägt uns vor.

 

Nachrichtlich der Text des Liedes:

 

Irgendetwas ist mit mir heut' los,

und seit Stunden frage ich mich bloß:

Was ist nur der Grund, worin liegt der Sinn,

daß ich plötzlich völlig durcheinander bin?

Denn ich weiß nicht, was ich machen soll,

mein Gefühl schwankt zwischen Dur und Moll,

aber mit der Zeit wird es mir doch klar,

was der Grund für diese Launen war:

 

Refrain:

Es ist nur die Liebe, die mich erfüllt,

die mir das Schönste vom Leben bringt!

Aber meine Sehnsucht bleibt ungestillt,

wenn deine Liebe nicht zu mir dringt!

Eine einz'ge Stunde mit dir allein,

könnte mir der Himmel auf Erden sein!

Es ist nur die Liebe, die in mir klingt,

die mir das Schönste vom Leben bringt,

vom Leben bringt!

 

Was die große Sehnsucht anbelangt,

hab' ich manchmal hin und her geschwankt,

doch war auch der Weg oftmals nicht ganz leicht,

schließlich habe ich trotzdem mein Ziel erreicht!

Noch ist alles wie ein Traum für mich,

uns're beiden Herzen fanden sich;

was ich mir ersehnt, hast du mir gebracht,

und nun weiß ich, was mich glücklich macht:

 

Refrain